Reisebericht Südamerika

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Nach der Ankunft in BA ist von der Reiseorganisation, die uns am Flughafen abholen soll, niemand erschienen. Ist er weg, weil wir ca. 3 h Verspätung haben? - Warten, vielleicht kommt er ja noch,... nein tut er nicht! Nach einer fast einer Stunde vergeblichen Wartens die leidige Erkenntnis: Wir müssen uns nach anderen Transportmöglichkeiten umsehen. Wir wissen aus langjähriger Erfahrung, dass man dabei häufig über den Tisch gezogen wird. Ein welch Wunder englischsprachiger Taxifahrer erkennt unsere Not und bietet seine Dienste an. BA verfügt über einen organisierten Taxidienst, die Fahrt in die Innenstadt kostet dort pauschal US$ 35. Unser Fahrer hat ein größeres und relativ gepflegtes Auto und das brauchen wir bei unserem Gepäck auch. Nur will er dafür § 42,-- haben. Aber das ist in diesem Fall ok. Glück im Unglück, unser Fahrer ist sehr nett, er berichtet uns ausführlich über die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Zustände und macht er uns auf einige Sehenswürdigkeiten aufmerksam. Ich bitte ihn, eine Quittung auszustellen und gebe ihm in einer Anwandlung von Großzügigkeit 50 US$. Wir werden später in Deutschland die Summe von unserem Veranstalter ersetzt bekommen.

Unser Hotel liegt direkt in der Innenstadt und macht einen ordentlichen Eindruck. Gott sei Dank finden wir in der Rezeption bereits unsere Vouchers für die Weiterreise vor, denn ohne diese Dokumente wird es schwierig. Um sicherzugehen, dass die weitere Organisation klappt, machen wir einen Besuch beim verantwortlichen Büro in BA, das wir während unseres Schaufensterbummels aufsuchen, (sehr nett Heidi, die deutsche Geschäftsführerin) Dies bringt jedoch keine Klärung. Keiner weiß von nichts, wir denken, das Büro des Veranstalters Protours in Santiago muss das wohl verbaselt haben. Wie wir später erfahren werden, hatte Herr Zaska von Santana Travel das selbst auf dem Gewissen. Da Santana Travel aber sonst immer extrem genau und zuverlässig arbeitet, ist dieser kleine Ausrutscher kein Problem, obgleich derartige Verzögerungen bei zu enger Reiseplanung durchaus zu einem erholungsuntypischen Nervenzucken führen können. Deshalb sind wir froh, einen vollen Tag in BA als Zeitpuffer eingebaut zu haben, denn eine Verzögerung von einigen Stunden ist sehr schnell erreicht.

Nach unserer Kurzbesichtigung bliebe von BA selbst zu sagen: im Innenstadtbereich ganz nett, die bis zu 14 spurige (!) Autostrada durch die Innenstadt (der Stolz der Einwohner?) ist wegen der Abgase und des Lärms mehr als gewöhnungsbedürftig. Abends entscheiden wir uns, ein echtes argentinisches Steak zu genießen und lassen uns vom Hotel ein entsprechendes Lokal empfehlen. Wir erfahren zum ersten Mal auf dieser Reise, dass es sich bei diesen Produkten um echte Exportschlager handeln muss....anscheinend sind die guten alle nach Europa exportiert worden und die Südamerikaner begnügen sich mit den Resten. Da wir diese Erfahrung bezüglich der Fleischqualität noch öfter machen werden, kann dies wohl kaum Zufall sein. Wegen des kurzen Zwischenstopps können wir leider ansonsten relativ wenig unternehmen, die Entfernungen sind zu groß und der lange Flug incl. Jetlag steckt einem noch in den Knochen. Aber wir sind ja auch nicht auf einer Städtebesichtigungstour.